Tim Pool (@Timcast) als Avantgarde des mobilen Reporters im Livestream aus Istanbul

Liebe Fernsehzuschauer, das hier ist die Zukunft: die Echtzeit überholt den Journalismus. Der Social Media Avantgardist Tim Pool (@timcast) berichtet stundenlang am Stück live per Datenbrille von den Protesten aus der Türkei.

Tim ist berühmt geworden durch seine 21-Stunden-Reportage von den Occupy Wall Street Protesten. Er ist bekannt dafür, mit allen dem modernen Journalismus zur Verfügung stehenden Mitteln zu berichten: Social Media, Drohnen oder eben Datenbrillen.

Als Ein-Mann-Einheit ist Tim aktuell in Istanbul unterwegs und berichtet live von den Protesten. Dazu nutzt er eine Datenbrille, mit der er direkt ins Netz streamt. Vice ist an dieser Stelle der Kooperationspartner und beweist damit einmal mehr gutes Gespür dafür, wo die journalistische Reise hingeht. Extrem spannendes Projekt.

Der Journalist als Marke – ein Nischenprodukt

Christoph Kappes (@ChristophKappes) lese ich gern. Seine Texte sind anregend und seine Meinungen stark. In einem Artikel bei Carta geht es genau darum: Welche Texte lese ich noch? Und vor allem: Von welchem Autoren? Kappes ist der Meinung, dass ein Medienhaus nur in Gänze Vertrauen herstellen kann und sich nicht über einzelne Autoren definieren kann. Zum oft bemühten Begriff “Journalist als Marke” sagt er:

Die Headline “Journalist als Marke”, so sympathisch ich sie finde, ist nicht für skalierende Organisationen geeignet und wird sich eher in Nischen und im Meinungsbereich finden.

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass wir aufpassen müssen, dass wir uns nicht nur über Stars, Sternchen und verifizierte blaue Häkchen definieren. Denn eins ist dabei imho sicher: Die Inhalte kommen zu kurz.

re:publica 2013: “Digital Natives der Herzen” im Journalismus – Borchert, Wegner und Plöchinger im Gespräch

Wie muss sich der Journalismus in Deutschland weiterentwickeln? Wie sehen die Nachrichten-Angebote der Zukunft aus? Wo geht die Reise für Spiegel Online, Zeit Online und Süddeutsche.de hin? Auf der re:publica 13 haben Katharina Borchert (@lyssaslounge), Jochen Wegner (@jochenjochen) und Stefan Plöchinger (@ploechinger) einen Einblick in ihre kollektive Ratlosigkeit gegeben – und das ist auch gut so. Denn, so die einhellige Meinung: Wir erleben eine wunderbare Zäsur, die extrem viele Chancen bietet. Leider muss aber auch noch die Frage aller Fragen beantwortet werden: Wo kommt das Geld her. Ein sehenswertes Panel (übrigens auch nett moderiert von Friedemann Karig (@alrightokee) für alle, die sich mit der Zukunft des Journalismus beschäftigen.

Nicht weit gekommen, turi2? Der Mann ist tot!

Als öffentlich-rechtlicher Redakteur hält man es ja sowieso kaum aus, turi2 zu lesen, soviel ÖR-Bashing wird da betrieben. Aber sei es drum, die Auswahl der News kann man sich nicht aussuchen. Nur wenn jemand ums Leben kommt und ich dann folgenden Teaser präsentiert bekomme, dann muss ich mich ernsthaft fragen, was da bei Euch schief läuft, turi2!

Tödlich statt episch: Fußball-Fan Richard Swanson ist bei seinem Vorhaben, in einem guten Jahr mit dem Ball am Fuß die 16.000 Kilometer von Seattle zur WM in Brasilien zu dribbeln, nicht weit gekommen. Noch im Bundesstaat Oregon wurde Swanson von einem Pickup überfahren.

Bild-Quelle: Screenshot, turi2, 15.5.2013


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